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Liebeskummer hört leider nicht auf.

******_63 
Themenersteller215 Beiträge
Mann
******_63 Themenersteller215 Beiträge Mann

Liebeskummer hört leider nicht auf.
Hi,
kurzer Abriss meiner Geschichte: Vor genau einem Jahr hat sie sich getrennt. Nach acht Jahren. Die Beziehung war in den letzten Jahren arg belastet, weil ich seelisch in einem Tief und nur gelegentlich auf dem Damm war. Sie hat dann in den letzten Monaten der Beziehung hinter meinem Rücken eine alte Bekanntschaft wieder aufgewärmt und ist dann zu ihm gezogen. Mir hatte sie erzählt, sie zieht zu einer Freundin. (Hab ich alles erst hinerher erfahren, wie es gelaufen ist.)
Hab dann alles herausgefunden und es kamen noch äusserst unglückliche Szenen dazu, Ausraster von meiner Seite, triumphierendes Gehabe auf ihrer Seite und anderes ganz und gar nicht Schöne bzw. Verletzendes.
Und trotz alledem fehlt mir immer noch der letzte Schritt, diese Geschichte zu vergessen. OBWOHL es nahezu undenkbar wäre, dass da nochmal irgendetwas läuft, kann ich nicht loslassen. Den letzten Schritt nicht machen. Bin ich heute sogar unterwegs gewesen, um mich bei Bekannten von ihr zu erkundigen, wie es bei ihr mit dem neuen Typen so läuft.
Anstatt die Frau komplett zu vergessen.
Wer kennt Ähnliches? Wer kann noch nicht loslassen? Und wie würdet ihr das erklären?
********dler 
613 Beiträge
Mann
********dler 613 Beiträge Mann

Geht mir genauso
Nach fast 22 Jahren Ehe, zwei Kinder groß gezogen, gemeinsam ein Haus hingestellt - und dann hat sie einen Liebhaber, mit mir kündigt sie unser Sexleben auf, und ich häng in den Seilen. Und auch ich spüre, wie schwer es ist loszulassen.
********er61 
Gruppen-Mod708 Beiträge
Mann
********er61 Gruppen-Mod708 Beiträge Mann

Trauerarbeit - und eine Trennung ist mit viel Trauer verbunden - dauert manchmal ganz schön lange. Bei mir waren es mehrere Jahre.
Die Zeit heilt zwar nicht wirklich alle Wunden, denn es bleiben Narben. Aber auch diese werden im Laufe der Jahre fast unsichtbar.

Gruß
Lovehunter
******_63 
Themenersteller215 Beiträge
Mann
******_63 Themenersteller215 Beiträge Mann

Danke
euch beiden. Ja, zu wissen, dass man nicht alleine ist, ist auch etwas wert. "Mehrere Jahre" - da muss ich mich ja gar nicht in Frage stellen mit dem einen Jahr, in dem ich erst getrennt bin.
****nah 
32.516 Beiträge
Frau
****nah 32.516 Beiträge Frau

Lovehunter61:
Trauerarbeit - und eine Trennung ist mit viel Trauer verbunden - dauert manchmal ganz schön lange.
treffend zusammen gefaßt, im Grunde keinerlei dazu weiter nötig
hab Geduld mit dir, lieber TE
********er61 
Gruppen-Mod708 Beiträge
Mann
********er61 Gruppen-Mod708 Beiträge Mann

Meine Methode zur Bewältigung
Hallo zusammen,

im stillen Kämmerlein zu sitzen und an den Nägeln zu kauen ist zwar auch eine Methode um die Trauer zu verarbeiten, ich hingegen fand für mich das Mittel der "spitzen Feder".
Ich schrieb mir meine Wut, meine Trauer, mein Unverständnis, meine Fragen, meine Ideen zu den Gründen in mehreren Etappen nieder. Ich suchte passende Fremdworte um all die Situationen, Gedanken und Verhaltensmuster genauer beschreiben zu können. Und ich suchte im Netz und in der Literatur auch nach ähnlichen "Fällen" die meine Leidensgeschichte aus psychologischer Sicht beschrieben. Hieraus resultierten auch eine chronologische Beschreibung der Beziehung mit all ihren Höhen und Tiefen. Je detaillierter ich alles niederschrieb, desto mehr verloren die Ereignisse ihren grausamen Schrecken. Die Details waren manchmal erschreckend genau und feingliedrig. Öfter als mir lieb war, saß ich schluchzend vor den Tasten um dann mit zögerlichen Tastenhieben die Worte "zu Papier" zu bringen. So manche Zusammenfassung verschickte ich, stets aufs neue geschrieben, an die ein oder andere geneigte Leserin, sie es sich antun wollte mir ihr Ohr zu leihen.
So habe ich mehrere dutzend Seiten in Arial 11 verfasst und den Schmerz nach und nach dort gelassen wo er hingehört: in einer Schublade - genauer: in einem Ordner auf dem Rechner.
Vielleicht ist diese Methode für den ein oder anderen von Euch hilfreich.

Gruß
Lovehunter
******_63 
Themenersteller215 Beiträge
Mann
******_63 Themenersteller215 Beiträge Mann

Trauer verarbeiten
Ja lieber Lovehunter, so ähnlich habe ich es eigentlich auch gemacht. Und viel Wut ist dann auch verraucht, so dass keine Bitterkeit zurückgeblieben ist. Und eigentlich weiss ich auch gar nicht, ob es noch so richtiger Liebeskummer ist. Auf jeden Fall ist er nicht mehr so gross. Und das Reden hier im Forum ist echt hilfreich. Vielen Dank schon mal an dieser Stelle.
Vielleicht, vielleicht mache ich mit der Exe noch einen aller- aller, allerletzten Versuch.... auf eine Art wie ich es noch nie gemacht habe, und wenn das nicht hinhaut, ist wirklich, wirklich, wirklich Schluss. Vielleicht aber auch ohne diesen letzten Versuch. Ich weiss es noch nicht.
**********e8476 
Gruppen-Mod2.204 Beiträge
Paar
**********e8476 Gruppen-Mod2.204 Beiträge Paar

Vielleicht, vielleicht mache ich mit der Exe noch einen aller- aller, allerletzten Versuch....

Und der sieht wie aus? Freunde werden? Ich würde dir davon abraten. Das geht meist schief.
********dler 
613 Beiträge
Mann
********dler 613 Beiträge Mann

Nichts schlimmer ...
... als die "Freundesfalle"! Auch ich würde Dir DAVON abraten.
******_63 
Themenersteller215 Beiträge
Mann
******_63 Themenersteller215 Beiträge Mann

Freundesfalle
nein, nein , das habe ich schon damals bei der Trennung abgelehnt. Nein meine Idee wäre, sie bei einer guten Gelegenheit mal aufzusuchen. Also in der Öffentlichkeit, wenn ihr Typ dabei ist. Auf sie zugehen, sie anlächeln und ihr sagen, dass ich sie wieder haben will. Ihre Hand nehmen und sie mitnehmen. Also wenn ich total gut drauf bin und total selbstsicher bin, könnte ich mir vorstellen, dass das klappen könnte, aber - wie gesagt - ich weiss noch nicht, ob ich es mache, ob ich es überhaupt will ...
**********e8476 
Gruppen-Mod2.204 Beiträge
Paar
**********e8476 Gruppen-Mod2.204 Beiträge Paar

Lass das besser sein. Du wirst nur enttäuscht.
********dler 
613 Beiträge
Mann
********dler 613 Beiträge Mann

Ich kann mir auch nicht vorstellen, ...
... daß das funktioniert. Auch ohne die näheren Umstände Eurer Trennung zu kennen - so eine Nummer funktioniert nur in ganz schlechten Filmen.
******_63 
Themenersteller215 Beiträge
Mann
******_63 Themenersteller215 Beiträge Mann

Habt Recht
ihr beiden ... braucht wohl einfach noch Zeit ... gebrochenes Vertrauen macht der Seele halt arg zu schaffen ... ist schwer, das irgendwo hin zu packen ... ich versuche, es zu vergessen .. wenn ich anderes erlebe, in einem Club oder sonst wo ... klappt das für eine Zeit lang auch ganz gut ... bis die neuen Erlebnisse wieder verrauscht sind ... kann man nur weiter versuchen, Neues zu erleben, denke ich mir. Danke euch
****za 
31 Beiträge
Frau
****za 31 Beiträge Frau

MEIN Fazit
Nach eineinhalb schmerzhaften Jahren allermöglicher Versuche rüber die Trennung hinwegzukommen, einem halben Jahr einer neuen glücklichmachenden(?) Beziehung, - immer noch das Vermissen dieses EINEN, des genau Richtigen, der nicht mehr bei mir ist.
Trauer auf Lebzeiten???????????????
******_63 
Themenersteller215 Beiträge
Mann
******_63 Themenersteller215 Beiträge Mann

Trauer auf Lebzeiten
Trauer auf Lebzeiten? Ich glaube ja. Das wird immer in einem drin sein. Vielleicht wird die Wehmut mit der Zeit abnehmen ...
Schade, dass die neue Beziehung dich nicht wirklich glücklich macht.
********er61 
Gruppen-Mod708 Beiträge
Mann
********er61 Gruppen-Mod708 Beiträge Mann

Trauer auf Lebszeit?
Hallo ihr Lieben,

so gerne jeder Betroffene es auch gerne hätte: eine Trennung zu verarbeiten dauert mitunter länger als man es wahr haben möchte.
Wie schon öfter erwähnt dauerte es bei mir mehrere Jahre. Wenn ich Phasen der Depression durch Trigger hnzurechne, dann waren es bei mir deutlich mehr als 5 Jahre.
Mittlerweile bin ich sehr glücklich verheiratet. Das brachte dem Verarbeiten einen zusätzlichen, positiven Schub. ABER: es kamen immer wieder dunkle Wolken auf - jedoch keine Mega-Tornados mehr.

Blickt nicht so sehr auf den Kalender. Blickt gelegentlich zurück, am besten mit guten Freunden und stellt fest wie beschissen es Euch doch damals, vor 1 Jahr, vor 2 Jahren, im Vergleich zu heute ging. Daran könnt ihr dann ermessen, wie viel besser es Euch heute schon geht.
Wie ich auch schon öfter zum Besten gab: die Wunden verheilen, es bleiben jedoch sichtbare Narben. Aber mit ner ordentlichen Narbensalbe bekommt ihr auch die in den Griff.

Gruß
Lovehunter
****za 
31 Beiträge
Frau
****za 31 Beiträge Frau

die Neue
...doch, das tut sie sehr wohl..................................aber sie lässt die Alte nicht verblassen. Die Alte wird wohl immer einen Schatten über alles werfen, was mir je begegnet *snief*
******_63 
Themenersteller215 Beiträge
Mann
******_63 Themenersteller215 Beiträge Mann

Nicht mehr so viel Zeit haben für alte Freunde
at Deviza: Freut mich dass die neue Beziehung dich doch glücklich macht, wenn ich das richtig verstanden habe. Das ist viel wert. Und jetzt zum : "Aber die alte wird wohl immer einen Schatten über alles werfen, was mir je begegnet."

Das kann ich bei mir jetzt nicht sagen, also ich hoffe, dass es anderes herum kommt, dass die Neue, einen grossen Schatten über die alte Beziehung wirft. Da habe ich irgendwie (also nicht irgendwie, sondern ein bisschen konkreter) eine Hoffnung bekommen .... und dabei hat mir die Auseinandersetzung hier im Forum und mit anderen Menschen sehr geholfen. Es ist wichtig, dass man/ frau das, was man an Ideen, Phantasien, Idealisierungen ... im Kopf hat, anderen Menschen offenbart, weil es sonst keine Bewegung gibt und sich das Kopfkarussel sonst viel zu viel um Altes dreht.

at alle:
Bei mir kam hinzu, dass ich doch denke, recht genau auch die eigenen Fehler sehen zu können. Nicht so, dass ich mich für meine Fehler übermässig verdammen würde. Ich bin da nachsichtig mit mir. Aber was es an Fehlern, Schwächen, nicht Aufgearbeitetem gab und in diese Beziehung hineingespielt hat und mit dazu geführt hat, dass sie entschieden hatte, zu gehen, habe ich noch einmal genauer ins Auge gefasst bzw. bin hier in Foren auf einen für mich ganz neuen Aspekt meiner Natur gestossen, so dass es mir jetzt noch einmal viel, viel besser gelingt, die alte Beziehung und ihre Beweggründe und die Entwicklung dahin zu verstehen. Und ich jetzt irgendwie auch besser loslassen kann und es nun doch - habe mich immer dagegen gesperrt - so sehen möchte, wie sie das immer wollte, nämlich dass es schöne Jahre waren, dass wir die ersten sechs bis sieben Jahre unserer Beziehung ein glückliches Paar waren und viel Schönes gemeinsam erlebt haben und - meine Ergänzung - : ich nicht stark genug war (ist kein Selbstvorwurf), mit den widrigen Umständen fertig zu werden, vielleicht allein deshalb, weil ich in diesen Jahren noch nicht zu meiner Natur gefunden hatte.

Jetzt habe ich ihr statt einer letzten Begegnung - ich hatte ja diesen Traum, diese Phantasie, sie aufzusuchen in der Öffentlichkeit - ein SMS geschrieben und sie gefragt, ob wir uns noch einmal treffen könnten, um unsere Beziehung würdig abzuschliessen. Das wurde dann auf die so wohl bekannte, freundliche, nichtverletzen-wollende Art beantwortet:

Sehr gerne können wir uns in der Zukunft einmal treffen. ....

Und dabei, denke ich, kann es bleiben und den guten alten Freunden, der Wehmut und dem Schmerz kann ich in der Zukunft *zwinker* sagen: Bleibt nicht so lange, ich habe nicht so viel Zeit; andere Freunde, vielleicht sogar auch eine neue Freundin, warten auf mich, auch wenn der Weg dahin vielleicht noch ein bisschen weit ist und auch wenn es alles nur eine neue Phantasie ist, ein neuer Traum. Ich will diesen neuen Traum haben, ich will diesen neuen Traum leben.

Und: Sehr gerne schreibt bitte weiter hier hinein, wie es bei euch in Sachen Liebeskummer aussschaut ... jeder Beitrag ist für alle anderen hilfreich, tröstend, ....
********herz 
374 Beiträge
Frau
********herz 374 Beiträge Frau

Es gibt ein schönes Gedicht, dessen Symbolik mir geholfen hat:

Du bist jeden Augenblick neu;
drum sei dem Alten nicht zu knechtisch treu.
Und war dein Herz bis heut wie Kohle schwarz -
Du hast die Macht: und es wird weiß wie Quarz.
(Christian Morgenstern)

Neu beginnen, jeden Augenblick. Das Leben selbst in die Hand nehmen, die Verantwortung dafür tragen und stolz darauf sein. Und dankbar sein für alles, was da war, was mich reifen ließ. Weil vieles ganz anders gelaufen ist, als ich es mir gewünscht hätte. Weil Liebeskummer einfach weh tut und wehmütig macht. Weil der Weg nur durch die Traurigkeit hindurch geht.

Und trotzdem hat alles seinen Sinn. Auch das Verharren im Kummer, der Stillstand und der Schmerz, der mich lange Zeit begleitet hat. Die Kohle hat sich irgendwann verwandelt. Wurde heller, ganz langsam, aber stetig. Und ich habe begriffen, dass ich selbst es war und bin, die alles zum Besseren verändern kann.

Manchmal braucht es einfach Zeit, durchaus auch viel Zeit. Und die Zeit in der Tiefe, die Zeit der Überbrückung kann schmerzhaft sein. Wie lange tappte ich im Dunkeln? Das, was hilft, ist, daran glauben, dass es wieder bergauf geht. Und trotzdem mit aller Kraft die Gedanken auf das Gute und Schöne richten, für das ich dankbar bin. Das hilft, sehr!

Zeiten voller Höhen und Tiefen, zugleich schmerzlich und wundervoll. Ein Weg der Wandlung, die einen prägt und einem durchaus auch die eigene Kraft vor Augen führt. Auch wenn man einen Herzensmenschen verloren hat, ist man nicht verloren. Ich muss nicht vergessen und verdrängen, sondern diese Gefühle dürfen da sein und haben ihren Platz und ihre Berechtigung. Und erst, wenn ich das akzeptiere und nichts "wegmachen" möchte, wird die Kohle sich wandeln - und diese Gefühle in etwas verwandeln, was mich und mein Leben bereichert.

Ja, die Erinnerung, besonders an einen Menschen, wird mich mein Leben lang begleiten. Aber wie die Kohle haben sich die Gefühle verwandelt. Wenn ich heute an ihn denke, muss ich lächeln. Es gibt immer etwas, an dem wir uns freuen können und das uns weiter bringt. Darauf richte ich meinen Fokus *sonne*